Deutsche Autowerkstätten für digitale Kundschaft nicht attraktiv

Die zunehmende Digitalisierung erfordert ein Umdenken in Autowerkstätten. Doch gerade hier wird oftmals an alten Gewohnheiten festgehalten. Gerade im profitablen Werkstattgeschäft agieren viele Betriebe alles andere als zeitgemäß und verschenken wertvolles Kunden- und Umsatzpotenzial.

Vor allem bei der Reparatur ihres Autos wollen viele Verbraucher in den Genuss von Preisvorteilen kommen. Doch selbst im Zeitalter von E-Commerce treffen Kunden häufig auf Reparaturbetriebe, die ablehnend auf dieses Bedürfnis reagieren. Jeder vierte Autofahrer scheiterte mit seinem Wunsch, ein im Internet gekauftes Ersatzteil von einer Werkstatt einbauen zu lassen. Dabei begibt sich rund die Hälfte der Onlinekäufer auf Werkstattsuche, weil Sie ihre Autoteile nicht selbst einbauen wollen oder können. Mitgebrachte „Fremdteile“ stoßen jedoch auf wenig Begeisterung. 26 Prozent wurden sogar abgewiesen, oftmals ohne Begründung.

Findet der Kunde dann doch mal eine Werkstatt, die den Einbau des Fremdteils übernimmt, kommt es bei der Hälfte dieser Aufträge zu Sondervereinbarungen, die in der Regel die Garantie und die Haftung einschränken. War in freien Werkstätten der Einbau von Fremdteilen für den Kunden in etwa 40 Prozent der Fälle mit Sondervereinbarungen verbunden, so liegt dieser Anteil bei Vertragswerkstätten mit nahezu 60 Prozent deutlich höher. Nicht selten werden auch höhere Stundensätze oder Einbaupreise vereinbart. Dabei nimmt die Anzahl an Autofahrern, die Autoersatz- und Zubehörteile online kaufen, in Deutschland kontinuierlich zu und wächst im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent. „In der Folge werden Werkstätten immer häufiger damit rechnen müssen, dass ihre bisherigen Kunden Autoteile auch selbst beschaffen und nur noch einbauen lassen möchten“, prognostiziert Michael Plotegher, Senior Director Automotive bei TNS Infratest.

Digital orientierten Kunden erscheint die Beschaffung von Autoteilen über Werkstätten aktuell nicht sehr attraktiv. Zwar holt sich rund ein Drittel der Autoteile-Onlinekäufer und Einbaukunden ein Angebot auch bei seiner Werkstatt ein. Gekauft wird am Ende aber beinahe ausschließlich über Internetportale oder spezialisierte Online-Autoteile-Shops. Für den Einbau nutzt immerhin rund die Hälfte der betroffenen Autofahrer die Werkstatt, die er üblicherweise ansteuert. Die Übrigen wechseln zu einer anderen Werkstatt. Diese sind entweder günstiger, terminlich flexibler, freundlicher oder überhaupt grundsätzlich zum Einbau des Fremdteils bereit. Welche Auswirkung das am Ende hat, dürfte klar sein. Denn wer einmal von seiner Werkstatt abgewiesen wird, fragt beim nächsten Mal erst gar nicht nach. Servicebetriebe, die so mit ihren Stammkunden umgehen, brauchen sich nicht wundern, wenn Kundenkontakte langfristig verloren gehen.

Die zunehmende Digitalisierung des Handels mit Autoteilen und Werkstattleistungen verändert das Servicegeschäft in Deutschland nachhaltig. Steigende Fahrzeugqualitäten und verlängerte Serviceintervalle bringen abnehmende Service- und Reparaturmöglichkeiten mit sich. Autohandel und Autowerkstätten benötigen eine passende Geschäftsstrategie, um Kunden an sich zu binden oder gar wiederzugewinnen. Die Lösung ist ein umfassender integrativer Ansatz, der den Nerv der Verbraucher trifft – und das online wie offline. Als Spezialist im automobilen Umfeld unterstützt Bonpago Sie gern und macht Sie fit für eine digitale Zukunft.

  1 Comment

  1. ATM   •  

    sehr schönes infos, vielen dank für dein Artikel, finde ich echt super.
    lg

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