Die E-Rechnung wird zur Pflicht – jetzt zählt der richtige Umgang damit!

Mit der kommenden europaweiten Richtlinie zur elektronischen Rechnung wird diese zur Pflicht bei öffentlichen Aufträgen, was die europäischen Behörden zur Einführung neuer und einheitlicher Formate zwingt. In Deutschland setzt man dabei auf den ZUGFeRD-Standard, einem integrierten PDF-Dokument (PDF/A3), welches einen XML-Datensatz mit einem Sichtformat kombiniert und somit eine automatische Verbuchung ermöglicht. Durch die Anlehnung an den internationalen Standard UN-CEFACT ist das ZUGFeRD-Format auch international kompatibel. Weiterlesen…

EU-Richtlinie zur elektronischen Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen tritt in Kraft

Die EU-Richtlinie zur elektronischen Rechnungsstellung bei öffentliche Aufträgen tritt am 26. Mai nunmehr in Kraft. Ziel der Europäischen Kommission ist es, hiermit die Nutzung der elektronischen Rechnung voranzutreiben, welche bis 2020 als primäre Fakturierungsmethode etabliert sein soll.

Europäische Kommission erarbeitet eine Richtlinie zum Austausch elektronischer Rechnungen

Die elektronische Rechnung ist kein neues Thema. Trotzdem ist sie in Unternehmen noch nicht als Standardprozess etabliert. Die Europäische Union arbeitet an einer Richtlinie, die dies ändern soll. Diese Richtlinie soll den Austausch elektronischer Rechnungen grenzüberschreitend erleichtern. Die Teilnahme an Ausschreibungen staatlicher Auftraggeber ist somit auch für Unternehmen möglich, die einem anderen EU-Mitgliedstaat angehören. Dieser Schritt soll dazu beitragen, die Akzeptanz elektronischer Rechnungen europaweit zu steigern.

 

EU-Richtlinie gegen Zahlungsverzug verkürzt Zahlungsziele

Im März 2013 ist die EU-Richtlinie gegen Zahlungsverzug (2011/7/EU) in Kraft getreten. Sie sieht vor, dass bei einer Lieferung zugunsten öffentlicher Stellen die Rechnung innerhalb von 30 und in Ausnahmefällen von 60 Tagen zu zahlen ist. Zwischen privaten Unternehmen gilt eine Zahlungsfrist von 60 Tagen, die vertraglich verlängert werden kann.

Unternehmen sind dabei automatisch berechtigt, Zinsen für Zahlungsverzug zu fordern und erhalten zudem einen pauschalen Betrag von 40 EUR als Entschädigung für Beitreibungskosten. Der gesetzliche Zinssatz für den Zahlungsverzug liegt hierbei mindestens 8 Prozentpunkte über dem Bezugszinssatz der Europäischen Zentralbank. Auch Öffentlichen Stellen ist es nicht erlaubt, einen niedrigeren Zinssatz für Zahlungsverzug festzulegen.

Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können von der Richtlinie gegen Zahlungsverzug profitieren. Sie sind vor schlechter Zahlungsmoral von Großunternehmen und öffentlicher Verwaltung in vielen Mitgliedsstaaten der EU besser geschützt.

Für die Unternehmen ergibt sich aus der Richtlinie die Aufgabe, die bestehende Zahlungspraxis daraufhin zu überprüfen, ob die neuen Zahlungsziele eingehalten werden können. Auch die Allgemeinen Einkaufsbedingungen und Regelungen, die längere Zahlungsziele zulassen, sollten überprüft und ggf. angepasst werden, um Abmahnungen und Schadensersatzansprüche zu vermeiden.