EU-Richtlinie gegen Zahlungsverzug verkürzt Zahlungsziele

Im März 2013 ist die EU-Richtlinie gegen Zahlungsverzug (2011/7/EU) in Kraft getreten. Sie sieht vor, dass bei einer Lieferung zugunsten öffentlicher Stellen die Rechnung innerhalb von 30 und in Ausnahmefällen von 60 Tagen zu zahlen ist. Zwischen privaten Unternehmen gilt eine Zahlungsfrist von 60 Tagen, die vertraglich verlängert werden kann.

Unternehmen sind dabei automatisch berechtigt, Zinsen für Zahlungsverzug zu fordern und erhalten zudem einen pauschalen Betrag von 40 EUR als Entschädigung für Beitreibungskosten. Der gesetzliche Zinssatz für den Zahlungsverzug liegt hierbei mindestens 8 Prozentpunkte über dem Bezugszinssatz der Europäischen Zentralbank. Auch Öffentlichen Stellen ist es nicht erlaubt, einen niedrigeren Zinssatz für Zahlungsverzug festzulegen.

Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können von der Richtlinie gegen Zahlungsverzug profitieren. Sie sind vor schlechter Zahlungsmoral von Großunternehmen und öffentlicher Verwaltung in vielen Mitgliedsstaaten der EU besser geschützt.

Für die Unternehmen ergibt sich aus der Richtlinie die Aufgabe, die bestehende Zahlungspraxis daraufhin zu überprüfen, ob die neuen Zahlungsziele eingehalten werden können. Auch die Allgemeinen Einkaufsbedingungen und Regelungen, die längere Zahlungsziele zulassen, sollten überprüft und ggf. angepasst werden, um Abmahnungen und Schadensersatzansprüche zu vermeiden.