Was lange währt, wird nicht immer gut – Banken investieren häufig erfolglos

Banken sehen schwierigen Zeiten entgegen. Die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Einnahmequellen fällt ihnen offenbar viel schwerer als den Neulingen der Branche. Die unter dem Begriff FinTech einzureihenden Unternehmen agieren in der Regel nicht nur schneller, sondern treffen auch den Nerv des Kunden besser. Banken dagegen stehen sich oft selbst im Weg. Ihre Unternehmensstruktur kann mit den rasanten Veränderungen am Markt nicht mithalten.

Dabei versuchen zahlreiche Banken auf der Digitalisierungswelle mitzuschwimmen. Mit durchaus vielversprechenden Ideen gehen sie auf Kundenfang. Im Vorfeld durchgeführte Studien klingen durchaus optimistisch, so dass das geplante Vorhaben eigentlich von Erfolg gekrönt sein müsste. Eigentlich. Wäre da nicht ihr schwerfälliger Organisationsapparat. Denn bei der Umsetzung vieler Projekte soll möglichst alles beim Alten bleiben. Schließlich will man die über lange Jahre gewachsenen Strukturen und gelernten Prozesse nicht durcheinanderbringen. Und auch die Mitarbeiter wären mit zu viel Neuem vermutlich überfordert. Und wer weiß, ob das Vorhaben überhaupt gelingt? Was ist, wenn die Skeptiker im Unternehmen – und die gibt es häufig reichlich – doch Recht behalten? Möglichweise hätte man dann viel Geld umsonst investiert. Lieber vorsichtig herantasten heißt die Devise.

Und außerdem muss man ja an irgendetwas sparen. Zum Beispiel an neuen internen Prozessen oder an der Kommunikation oder beim Vertrieb. Da wird erst einmal auf Sparflamme gekocht, um zu sehen, was dabei herauskommt. Teilweise bedient man sich Instrumenten, die vielleicht in der Anfangszeit des Internets aussichtsreich waren. Doch im Zeitalter von Smartphones, Suchmaschinen und Vergleichsportalen locken solch steinzeitliche Methoden keinen User mehr hinter dem Ofen vor. Und ehe man sich versieht, wurde das anfangs so verheißungsvolle neue Produkt dem alten Unternehmen angepasst. Der Kunde ging unterwegs leider verloren.

Heraus kommt ein Produkt, das völlig am gegenwärtigen Verbraucher vorbeigeht, weil dieser leider zur falschen Zeit am falschen Ort erwischt wurde. Denn um den verwöhnten Online-Kunden von heute zu erreichen, bedarf es weit mehr, als nur einem guten Preis. Wie ärgerlich, hatte man sich doch solche Mühe gegeben. Und mehr Marketing, einen anderen Vertriebskanal und mehr Einsatz von Experten – all das stand nicht zur Debatte. Das hätte nur den ohnehin viel zu optimistischen Business Case verhagelt. Trotz langer Entwicklungszeiten, hoher Investitionen und weiterem Drehen an der Preisschraube wurde nicht einmal annähernd das gewünschte Ergebnis erzielt. Was lange währt, wird endlich gut – ein Sprichwort, das im Bankenumfeld häufig keine Gültigkeit besitzt.

Die Geschäftsmodelle der Banken bedürfen dringend einer Umgestaltung. Auch könnten sinnvolle Akquisitionen und Partnerschaften dazu beitragen, das Leistungsvermögen hinsichtlich der Digitalisierungsbestrebungen zu stärken. Zu diesem Schluss kommt auch The Boston Consulting Group in ihrer Studie. Bislang haben neue Anbieter den Banken bereits einen Teil der Wertschöpfungskette streitig gemacht. Und sie werden weiter versuchen, ihren Platz auf der Überholspur zu behaupten.

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